Gonzalo Galguera über sein neues Ballett
Auszüge aus einem Interview mit KLASSIK HEUTE von 2004
Ausnahmezustand nennt Gonzalo Galguera sein neues Ballett, das am Samstag, den 17. Januar 2004 am Anhaltischen Theater Dessau Premiere hatte. Es ist ein sehr komplexes Werk geworden mit verschiedenen sich überlagernden Spannungsebenen, die Antworten zu geben versuchen auf die existentiellen Fragen des Menschen. KLASSIK HEUTE sprach vor der Premiere mit dem Choreographen und Regisseur des Werkes, Gonzalo Galguera.

KLASSIK HEUTE: Für Ihr neues Ballett wählten Sie den Titel: Ausnahmezustand. Welche Bedeutung hat dieser Titel, welche Assoziationen wollen Sie damit verbunden sehen?
Gonzalo Galguera: Inspiriert wurde ich zu dem Titel – wie eigentlich zu dem ganzen Werk – von der spanischen Philosophin Maria Zambrano, die während des Bürgerkriegs nach Lateinamerika ins Exil gegangen war. Auf den Titel bin ich durch ihr Essay-Buch „De la aurora“ gestoßen, in dem sie sich mit den existentiellen Gedanken des Menschen auseinandersetzt. Darin gab es einen Text, der mich ganz besonders inspiriert hat. Dann habe ich angefangen, mich kreativ mit ihrem Werk und ihren Gedanken zu beschäftigen und auseinanderzusetzen. Und so entstand die Idee zu dem Ballett Ausnahmezustand.
Ich vertiefte mich in ihre Ideen, die sich mit Aspekten wie Schicksal, Wiederkehr, Tod, Leben, Liebe auseinandersetzen. Und immer kommt sie zu dem Schluß, dass all diese Befindlichkeiten durch eine Art ,Ausnahmezustand‘ durch den Menschen erlebt werden und dass dies eigentlich die Momente sind, in denen sich der Mensch ganz entfalten und er ganz bei sich ist.

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