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Treffpunkt: Gast Dr. Rüdiger Koch

Kulturelle Entwicklung in Magdeburg  in Vergangenheit , Gegenwart und Zukunft
Kulturcharta2020


IMG_5784(BB, 22.11.2010) Dr. Rüdiger Koch, Kulturdezernet und 1. Bürgermeister der Stadt Magdeburg war im November Gast des Freundeskreis Ballett Magdeburg. Der Vorsitzende unseres Vereins, Thomas Zomak, begrüßte ihn im Wagner-Foyer des Theaters Magdeburg und führte auch das Gespräch. Bereits seit  1995 beeinflusst Dr. Koch maßgeblich die Geschicke der kulturellen Entwicklung unserer Stadt.

Im Gespräch stellte Dr. Koch fest, dass die Kultur in der Landeshauptstadt einen festen Platz hat. Viele für uns bereits selbstverständlich gewordene  kulturelle Möglichkeiten zeugen davon. Es gibt neben dem Theater mit seinen vier Sparten, das Puppentheater,  Museen aller Art und zahlreiche Stadtteil-Kulturzentren. Wichtige Pfeiler der kulturellen Entwicklung waren in den vergangenen Jahren Ausstellungen wie z.B. das „Heilige Römische Reich“- sowie z. B. auch das alljährliche spartenübergreifende Domplatz Open Air  des Theaters.

 

Der inhaltlich regionale Bezug stand und steht  bei allen Investitionen im Vordergrund. Mit der Eröffnung eines Stadtarchivs wird die infrastrukturelle Entwicklung der  Stadt Magdeburg abgeschlossen. Leider würden diese Anstrengungen der Stadt in Bezug auf kulturelle Projekte durch die überregionalen Medien zu wenig beachtet, das heißt Magdeburg wird zu wenig über die Grenzen von Sachsen-Anhalt bekannt gemacht. „Kulturhauptstadt Europas 2020“ zu werden ist das ehrgeizige-aktuelle Ziel der Stadt. Durch die Bewerbung und die damit verbundenen Projekte erhofft man sich eine positive Image-Entwicklung für Magdeburg. Ja und vielleicht gelingt es, mit diesem kulturellen Projekt in die Endausscheidung zu gelangen. Die Bewerbung zur Kulturhauptstadt soll unter dem Motto "Handel – Recht – Kultur" stehen. In diesem Zusammenhang ist an die historische Bundesstrasse  B1 zu denken. Sie ist eine uralte Handelsstraße, die eine große Anzahl von Städten und Handelsplätzen von Osteuropa bis Westeuropa verbindet und damit einen hohen Beitrag bei der Einigung Europas geleistet hat und noch leistet.

Aber auch die Zeiten eines Eike von Repgow haben die Stadt geprägt. Magdeburg war damals die Drehscheibe Europas. Viele Städte wurden nach Magdeburger Recht gegründet, dadurch besteht eine enge geschichtliche Verbindung mit diesen Städten in Ost- und Südosteuropa.  Im Rahmen der Bewerbung sollen diese nun als Partnerregionen in die Projekte einbezogen werden. Zum Theater der Stadt Magdeburg stellte Dr. Rüdiger Koch fest, dass das Theater als Mehrspartenhaus ein Herzstück der Kultur unserer Stadt ist. Das Theater ist überregional bekannt. Als Beispiel sind zu nennen: das alljährliche Domplatz Open Air, Musicals sowie das Figurentheater Festival in der Stadt. Weltweit ist die vielbeachtete Eröffnung des IV. internationalen Ballettfestivals in Cali (Kolumbien) 2010 vor 20 000 Zuschauern durch unser Ballett Magdeburg - als einzigen Vertreter Deutschlands - zu nennen. Auf dieser Grundlage fordert Dr. Koch, dass sich neben der Stadt Magdeburg auch das Land Sachsen-Anhalt positioniert und  die Kultur in Magdeburg und im Land finanziell entsprechend unterstützt. Zur Arbeit des Freundeskreises Ballett Magdeburg stellte Dr. Koch fest, dass Bürgerinitiativen wie unser Verein und andere Förder- und Freundeskreise in allen Planungen Beachtung und Würdigung finden.  Allerdings muss man wissen, dass hohe Anstrengungen, nicht immer  von Erfolg gekrönt werden. Das gehört zu den Erfahrungen, die man in einer Demokratie machen muss.  Unbeirrtes Verfolgen  der eigenen Ziele sollte die Reaktion sein. Im Rahmen der Kulturcharta 2020 gibt es Angebote an jede(n) Bürger(in) der Stadt aktiv an der Entwicklung des Ballett Magdeburg, des Theaters Magdeburg und der gesamten kulturellen Stadtentwicklung mitzuwirken.

 

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