Magdeburger Ballett begeistert 40 000 Zuschauer in Kolumbien
Getanzt vor 40 000 begeisterten Zuschauern, Gespräche mit Tänzerinnen und Tänzern aus 17 Ländern der Erde und zahllose Kontakte zu den Einwohnern des Gastgeberlandes – dies ist das eindrucksvolle Fazit der Gastspielreise des Balletts Magdeburg ins kolumbianische Cali.
Magdeburg. Bereits zum vierten Mal war die Compagnie von Ballettdirektor Gonzalo Galguera nach Südamerika eingeladen worden, übrigens als einzige deutsche Formation. Neben Truppen aus den USA, Hongkong oder Australien zeigten Galguera und seine Tänzer Veronika Zemlyakova, Anastasia Gavrilenkova, Kirill Sofronov und Andreas Loos Auszüge aus den Choreografien "Ausnahmezustand", "Manon Lescaut", "Schwanensee" und "Le Papillon". Das Besondere in diesem Jahr: "Das Magdeburger Ballett durfte das internationale Ballettfestival von Cali eröffnen", sagt Gonzalo Galguera stolz.
Tanz in Stierkampfarena
Und das nicht zu Unrecht, bedenkt man, dass die Auftaktveranstaltung in einer ausverkauften Stierkampfarena abgehalten wurde, der 22 000 Menschen beiwohnten. Auch alle weiteren Veranstaltungen waren ausverkauft, ein Zeichen dafür, mit wie viel Herz und Leidenschaft sich die Menschen aus Cali, der Hauptstadt Bogotá und der Umgebung auf diese Aufführungen gefreut haben.
Dass es sich bei der Reise nach Kolumbien nicht um eine Urlaubsfahrt handelte, machte der Kulturbeigeordnete der Stadt Rüdiger Koch deutlich: "Die Compagnie hat sich einmal mehr als großartige Botschafterin für Magdeburg herausgestellt. Die jährliche Einladung nach Cali verdeutlicht die außerordentliche Wertschätzung der künstlerischen Leistungen des Magdeburger Balletts auf dem südamerikanischen Kontinent."
Erhalt steht nicht in Frage
Der Ballettchef wird sich aber trotz des großen Erfolgs nicht unbedingt weiter als "Magdeburger Historiker" verdingen, auch wenn die über zweijährige Arbeit am Stück, in das der Kristallpalast ebenso Eingang gefunden hatte wie Hans Grade oder Oberbürgermeister Hasselbach, ihm viel Freude bereitet hat. Bis nach Kolumbien hat ihn diese Arbeit verfolgt: In einem Kulturzentrum zeigte er einen DVD-Mitschnitt des "Debütantenballs"; die Erinnerung an diesen Augenblick lässt Galguera lachen: "Die Leute waren begeistert, und anschließend durfte ich eine Stunde lang wie ein Stadthistoriker die Fragen der Gäste beantworten – zum Stück selbst, aber auch zur Architektur der Stadt, die ja im kleinen Vorfilm zum Stück mehrfach zu sehen ist." Im September steht der "Ball" übrigens wieder auf dem Spielplan …
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