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Tausendschön

„Volksstimme“ vom 24. November 2010
Premiere für Tanzmärchen

„Tausendschön“ mit Einfühlungsvermögen

Von Helmut Rohm

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Magdeburg. „Spitze, Drehung, an der Stange und auch im Raum ...“, fast befehlstonartig klingen die Anweisungen von Tausendschöns Mutter. Sie, Madame Pirouette, eine ehemalige Tänzerin, verlangt von ihrer Tochter „harte Disziplin und unermüdliches Training“. Körperlich ganz nah dran an den Tänzern ist der Zuschauer bei „Tausendschön“ – einem Tanzmärchen für junge Zuschauer, das gestern auf der Podiumbühne des Opernhauses Magdeburg Premiere hatte.

Montserrat León hat sich in dem von ihr neu choreografierten und inszenierten Stück eng an das klassische Ballett „La Fille mal gardée“ angelehnt, das 1789 in Bordeaux uraufgeführt wurde. Die Musik stammt von John Lanchberry. Bühne und Kostüme schuf Britta Bremer.

Tausendschön (Aurélie Lafaye) beugt sich dem Wunsch der Mutter (Regina Most) und übt fleißig. Manchmal scheint es fast, ihr eine Qual zu sein im extra für sie geschaffenen Ballettsaal. Ihre Mutter schwelgt in Visionen, sieht ihre Tochter schon als Primaballerina, als den gefeierten Star. Vielleicht möchte Madame Pirouette in ihrer Tochter eigene frühere Träume verwirklichen. So trainiert Tausendschön weiter, wenn auch die Füße schmerzen. Im Klischee-haften Tüllkleidchen, wie auch die Mutter, gibt sie mit ihrem Trainingspro-gramm den Gästen einen Einblick in die Geheimnisse des klassischen Balletttanzes.

Bis, ja bis der Bauernjunge Peter (Per Kreutzberger) in das (Tanz)Leben von Tausendschön eindringt. Er hat nicht nur eine wunderschöne Kuh Clementina. Peter und das Mädchen verlieben sich ineinander. Aurélie Lafaye und Per Kreutzberger tanzen die zaghaften, spannungsgeladenen und unbedarften Kennenlern- und Liebesszenen mit emotionalem Einfühlungsvermögen.

Doch Stop! Die junge Liebe ist für die Mutter ein Chaos: „Dieser tolpatschige Bauernjunge passt nicht in unsere Welt.“ Sie sieht ihre Visionen sich in Luft aufl ösen, die Tanzkarriere und mögliche Heirat mit einem fiktiven Alain dahinsinken. Die drei Protagonisten gestalten diese verwickelten Beziehungen mit tänzerischer Vielfalt. Sie sind mit humorvollen Sequenzen und einem wohltuenden Maß Augenzwinkern verwoben.

Ein bisschen schnell allerdings wird Alain „verstoßen“ und wird Peter wohlwollend von der Mutter akzeptiert. Ihre Aussage allerdings stimmt: „Seit sie verliebet ist, tanzt Tausendschön schöner als je zuvor.“ Abwechselnde Soli und Pas de deux zum begeisternd aufgenommenen Finale. Eine Einladung zum Gucken.

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Aurélie Lafaye und Per Kreutzberger im Ballettmärchen „Tausendschön“.

Foto: Andreas Lander


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